Freitag, 11. September 2015

John Green u. David Levithan - Will & Will [Rezension]


John Green u. David Levithan - Will & Will 
Verlag: cbt, Randomhouse
Hardcover Ausgabe, 376 Seiten
ISBN-13: 978-3-570-16103-6
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Zum Inhalt:
Sie heißen beide Will Grayson, wohnen in Chicago, sind siebzehn und haben dasselbe Problem: Aus Angst, es mit der Liebe zu versemmeln, lassen sie sich auf Romantisches gar nicht erst ein. Der eine zögert seit Wochen, sich selbst einzugestehen, was für andere offensichtlich ist: dass er bis über beide Ohren in seine Mitschülerin Jane verliebt ist. Der andere flüchtet sich in eine Online-Beziehung, anstatt sich vor seinen Freunden zu outen. Doch alles ändert sich, als Will & Will eines Abends ganz zufällig aufeinandertreffen …

Meine Meinung:
Dieses Buch ist so voll von einfach allem, dass es schwer ist alles in Worte zu fassen. Die beiden Autoren schaffen es meiner Meinung nach wunderbar die  männliche Umgangssprache rüber zu bringen und ganz besonders, da ich als weibliche Leserin eher selten das Vergnügen habe.

Anfangs wusste ich gar nicht was mich in diesem Buch wirklich erwartet, was sich aber hinter dem einfachen Titel verbirgt ist eine ganze Menge an Themen, Konflikten und interessanten Charakteren. Enthält zum nachdenken anregende Stellen, Beobachtungen und hat mir unglaublich viel Spaß beim lesen bereitet.

Will Grayson No.1: Dümpelt so ein bisschen vor sich hin, hält sich aus allem raus, hält die Klappe, lässt nichts zu nah an sich ran kommen, immer schön unter der Teichoberfläche seines Teenager Lebens schwimmen und das klappt ganz gut. Wäre da nicht sein bester großer Freund Tiny, schrill, laut lebensbejahend und keineswegs daran interessiert in der breiten Masse zu verschwinden. Will hat ein vernünftiges Leben, gefestigte Lebensumstände, wäre da neben Tiny nicht auch noch Jane die ihn dazu verleitet doch mal den Mund aufzumachen. Und wo das hinführt müsst ihr dann selbst heraus finden.
„Ich würde dich nie anmachen, Grayson, weil du ja nicht schwul bist. Und Jungs, die Mädchen mögen, sind für mich grundsätzlich unsexy. Warum sollte man jemanden lieben, der einen nicht zurücklieben kann?“ (S. 57)
  
Will Grayson No. 2: Still, zurückgezogen, depressiv sucht er soziale Kontakte im Internet und verliebt sich dort auch Hals über Kopf. Was er in der Schule nicht findet, findet er dort. Freundschaft, ein offenes Ohr und Verständnis. Selbst die einzigen Freundin an der Schule, will er am liebsten auf das Abstellgleis stellen. Ein bisschen realitätsfremd ist er dann auch noch. Obendrein ist er homosexuell und kann nicht dazu stehen. 
Das erste Mal auch das ich darüber lese, dass ein Jugendlicher Anti-Depressiva nimmt und sich dadurch taub fühlt und gezeigt wird nicht alles ist eitler Sonnenschein. Eltern geschieden, dass ganze Programm von sogenannten "Problemfamilien".
meiner meinung nach kann die idee zu einem >tag der seelischen gesundheit< nur von leuten stammen, die überhaupt keine ahnung von seelischer krankheit haben. (s. 277)
Gerade der Unterschied zwischen den Beiden, macht es so interessant und hat mich das Buch sehr aufmerksam lesen lassen. Es steckt so viel Weisheit darin, enorm viele Kleinigkeiten die mitten aus dem Leben gegriffen sind machen vieles sehr authentisch.

Der Moment wo die Beiden Wills dann endlich aufeinander treffen kommt erst viel später, zuvor lernen wir das Leben der beiden kennen.  Beide Autoren schreiben unbeschreiblich toll wie die Beiden das Leben, sich selbst, ihre Familie, Freunde und Umgebung sehen, so das man als Leser ein ganz klares Bild vor Augen hat. Sich einfühlen kann, jede kleine Szene ist so voll von allem, der Unsicherheit als Jugendlicher, der ersten Liebe, zu seinem wahren Ich zu finden und schlussendlich auch dazu zu stehen. Freunde mit ihren Fehlern lieben zu lernen, zurück zu stecken, von Akzeptanz und Grenzen finden und aufzeigen. 

Wer jetzt denkt, dass es sich hier um ein durch die Bank weg ernsten Buch handelt der irrt gewaltig. Es ist neben all den ernsten, schweren Themen sehr witzig geschrieben, sarkastische Bemerkungen und Gedanken sind hier gut gestreut, so dass es für mich wirklich toll war zu lesen und keinen deprimierenden Beigeschmack hatte. 

Das liegt nicht zuletzt daran, dass Tiny Cooper ein wirklich witziger, toller aber auch nerviger Charakter ist, er lockert alles ein wenig auf und am Ende kommt eine kleine "Auflösung" die mich wirklich überrascht hat. Wirklich gute Freunde sind fast, wie eine Nadel im Heuhaufen.
Obwohl Tiny ja eher eine Nebenfigur ist, nimmt sein Charakter viel Platz ein und den hat er verdient. Kein Wunder also, dass er sogar ein eigenes Spin-off bekommen hat, bis jetzt zwar nur im englischen aber wer von Tiny nicht genug bekomme kann ist bei 'Hold Me Closer: The Tiny Cooper Story´ gut aufgehoben. 
Tiny Cooper ist nicht der schwulste Mensch auf der Welt und er ist auch nicht der größte Mensch auf der Welt, aber ich bin fest davon überzeugt, dass er der größte Mensch auf der Welt ist, der richtig, richtig schwul ist, und der schwulste Mensch auf der Welt, der wirklich, wirklich groß ist. (S.7)
Fazit:
Zwei Autoren, zwei Charaktere, fünf Sterne und ein Buch voll von allem! 

Kommentare:

  1. Huhu liebe Jenni! :)

    Dieses Büchlein kannte ich noch gar nicht, doch sowohl Klappentext als auch deine Rezension haben mich neugierig gemacht. Klingt nach einer tollen Geschichte mit vielen schönen Zitatschätzen. :D Kommt gleich auf meine Wunschliste...

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hey Nina,
      ja ich hatte es auch nicht auf dem Schirm und war überrascht gleich den Namen von zwei bekannte Autoren darauf zu finden. Das ist es auf jeden Fall ich hoffe sie wird dir genauso gefallen wie mir!

      Liebe Grüße,
      Jenni

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