Montag, 5. Juni 2017

Sally Nicholls - Wünsche sind für Versager REZENSION

Sally Nicholls - Wünsche sind für Versager
Verlag: Hanser
Klappenbroschur, 215 Seiten
ISBN-13:978-3-446-25083-3
Preis: 15,90 €
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Zum Inhalt:
Ein emotionaler Einblick in die Seele eines jungen Mädchens, das schon viele Pflegefamilien kennengelernt hat, aber kein Vertrauen fassen kann …

16 Familien und Heime, das ist die nüchterne Bilanz der erst elfjährigen Olivia. Olivia fasst schwer oder gar kein Vertrauen, zu oft ist sie enttäuscht worden. Emotionale Nähe versetzt sie in Panik, und zugleich sehnt sie sich unendlich nach Liebe, Freundschaft und Familie. Doch wer sollte sie schon mögen, wütend und unberechenbar, wie sie ist? So ist Olivia zunächst irritiert, wie gelassen die Iveys reagieren, zu denen sie gerade gekommen ist. Das Leben mit ihnen könnte so schön sein. Doch je stärker Olivias Bindung wird, desto größer wird ihre Angst, dieses endlich gefundene Zuhause wieder zu verlieren. Ein hochemotionales Jugendbuch und zugleich ein starkes Plädoyer für mehr Achtsamkeit.


Meine Meinung:
Das Buch ist keine leichte Kost und wird einigen bestimmt schwer im Magen liegen. Bei Büchern wie diesem hier, die so wirklichkeitsnah sind und so mitreißend auf eine entsetzliche Art, dauert es vielleicht eine Weile bis man diesen Kloß runter schlucken kann, aber die Geschichte ist es so wert gelesen zu werden. Diesem Buch muss man unbedingt eine Chance geben und ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe.

Olivia ist ein ganz eigener Charakter, der tobt, schreit und um sich haut, der so vieles erleben musste und der man fast zusehen kann, wie sie hilflos an all dem ertrinkt, was ihr in so jungen Jahren passiert ist. Man weiß gar nicht wo man anfangen könnte all die Dinge aufzuzählen die dieses Buch zu etwas Besonderem machen.

Die neue Familie, die Iveys, nehmen Sie bei sich auf, nachdem sie erneut ihr ganzes Leben von einem Ort zum anderen "verfrachten" musste. Ihre ganze Habe hat sich auf ein Koffer reduziert. Das ist mir irgendwie so hängen geblieben, trotz aller unfassbaren Sachen hat mir diese eine Stelle irgendwie genauso zugesetzt. Leider finde ich die Passage nicht mehr. 

In kleinen Rückblenden erleben wir einige Ihrer Pflegefamilien und damit schlussendlich sie und lernen sie, so unmöglich das eigentlich ist, zu verstehen. Begreifen all ihr Sträuben gegen Zuwendung, Liebe, Vertrauen, Hoffnung und Bindungen, die man nur allzu gut nachempfinden kann. Doch sie ist so verschlossen, was absolut verständlich ist, schließlich hat sie in dieser Welt niemand der sie schützt bis auf sich selbst. Sie ist aufgeweckt und in einer Weise hypersensibel, wenn es darum geht Menschen und ihre Stimmungen einzuschätzen. Geringste Regungen, die sich negativ gegen Olivia auswirken können, bringen sie in absoluten Alarmzustand. Das Unrecht und die schlimmen Misshandlungen, die ihr kindlicher Verstand nicht verarbeiten können, bringen sie dazu ihren Hass und ihre Wut auf alles und jeden zu richten, der in ihrer Umgebung ist. Sie bringt sich und irgendwann auch andere in Gefahr. 

Doch Liz eine speziell ausgebildete Pflegemutter versucht ihre Mauern zu durchbrechen und das gelingt ihr, doch es ist ihre Aufgabe, denn sie möchte Olivia einen bestmöglichen Start in die neue Pflegefamilie ermöglichen, aber als ihr genau das gelingt muss Olivia zu den Iveys und das ausgerechnet wo sie sich endlich öffnen konnte so gut es ihr eben möglich ist. Ob Sie jedoch bereit dazu ist sie auf die neue Familie einzulassen liest sich fast so spannend wie ein Krimi.

Klar ist Olivia als Charakter unglaublich schwierig und man merkt das man in einer Millisekunde wütend wird weil man ihr sagen möchte los, greif zu, schnapp dir das Glück was du bei den Iveys bekommen könntest und in der nächsten Millisekunde möchte man weinen um diese kleine Seele, die eine so harte Schale um ihren verletzlichen Kern gebildet hat und eben noch keine Selbstanalyse betreiben kann um sich aus diesem Teufelskreis zu befreien und es scheinbar kaum ein Erwachsener durchschaut und sich dieser Mammutaufgabe annimmt.

Die Autorin hat hier in meinen Augen ein wirklich wahnsinnig tolles Buch geschrieben, mit einem so sensiblen Thema, dass ich hinterher überrascht war, dass Sie nicht ihre ganz eigene Geschichte zu Papier gebracht hat. Sie hat sich intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt und viele Interviews geführt und viele Berichte von Pflegekindern, sowie deren Pflegeeltern gelesen und das für mein Empfinden bestmögliche Buch daraus hervorgebracht.

Fazit:
Ein sehr mitnehmendes Buch, was nichts für schwache Nerven ist aber eine absolute Leseempfehlung von mir ist.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Susane Colasanti - Falling in Love KURZ-REZENSION

Susane Colasantig - Falling in Love - Die Liebe kommt ganz unverhofft
Verlag: Arena
Hardcover Ausgabe, 353 Seiten
ISBN-13: 978-3-401-06772-8
Preis: 14,99 €
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Zum Inhalt:
Sara hat in den Sommerferien vergeblich gehofft, dass sich Dave bei ihr meldet. Als es dann endlich zwischen den beiden knistert, stellt sie ziemlich schnell fest, was Dave wirklich von ihr will. Tobey weiß das schon lange. Er ist fest davon überzeugt, dass er der Richtige für Sara ist. Aber wie kann er sie für sich gewinnen? Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle wissen beide: Die Liebe kommt ganz unverhofft!

Meine Meinung:
Die Geschichte habe ich ca. vor einer Woche beendet und konnte mich erst nach kurzem reinlesen an die Namen erinnern und um was es ungefähr geht, daher wird das hier auch nur eine Kurz-Rezension werden.


 Sara ist nicht das typisch, naive Dummchen, was erfrischend ist. Sie ist klug und ehrgeizig in der Schule und weiß wo sie später einmal im Leben stehen will. Tobey ist der dem das Schulische eher egal ist, doch wie er sich dann ins Zeug legt um Sara zu beweisen, dass er ihrer Wert ist, gefällt mir gut.



Das Buch ist leider an viel jüngere Leser gerichtet. Die Charaktere sind in ihrem Senior High School Jahr und arbeiten jetzt bereits an ihrer Zukunft, aber das handeln ähnelt eher dem von 12-14 Jährigen. Die Geschichte konnte mich nicht fesseln und hat viele unnötige und langatmige Stellen. 



Die gesamte Geschichte ist nichtssagend, hat kein wirkliches Merkmal, wodurch sie sich von all den Jugendbüchern abheben könnte. Wenn man als Autor ein Alter für seine Figuren auswählt, finde ich es als Leser bei Storys die so lala sind, wirklich nervig wenn diese dann so widersprüchlich zu Ihrem Alter sich verhalten. (Zukunftsansicht altersmäßig ok bis weiter entwickelt, sonstiges Verhalten nicht).


Fazit:
Für junge Leser ist hier bestimmt eine gute Geschichte zu finden, aber für alle anderen leider eine Zeitverschwendung.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Uwe Britten - Ab in den Knast REZENSION


Uwe Britten - Ab in den Knast
Verlag: Thienemann
Taschenbuch, 179 Seiten
ISBN-13: 978-3-867-60012-5
Preis: 6,95 €
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Zum Inhalt:
Jürgen landet im Knast. Sechzehn Monate, wegen schwerer Körperverletzung. Die Lehrstelle, seine Freundin, das Verhältnis zu seinen Eltern - einfach alles steht auf dem Spiel. Jürgen weiß nicht, ob der durchhält.

Meine Meinung:
Zu dem Buch habe ich gegriffen, weil ich mal ein etwas anderes Jugendbuch lesen wollte, mit einer Geschichte die eben nicht in jedem Jugendbuch zu finden ist. Schullektüre, kommt zwar immer etwas nüchtern rüber und hat diesen ganz eigenen, komischen Beigeschmack, aber trotzdem war ich neugierig auf die Geschichte.

Das Buch kommt realitätsnah rüber, vielleicht im Knast selbst etwas harmloser und nicht ganz so ruppig und rau geschildert, schafft es aber die richtige Atmosphäre einzufangen. 

Das Buch springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart immer wieder hin und her und so erleben wir einerseits das was nach der Tat mit Jürgen passiert und zum anderen wie es zu der Tat selbst kommen konnte. Interessant war es zu lesen, wie Jürgen die ersten Tage und Stunden nach der Verhaftung erlebt hat, die Kalte und einschüchterne Umgebung, die Furcht vor dem was kommt, waren wirklich greifbar. Leider konnte sich das im weiteren Verlauf nicht wiederfinden.

Der Schreibstil an sich ist sehr unspektakulär und teilweise fehlten mir die Emotionen oder die nötige Tiefe von Jürgen selbst sich mit seinem Verhalten auseinander zu setzen und das Ganze reflektieren. Es regt aber auf jeden Fall zum nachdenken an. 

Ich mag Bücher in denen aufgezeigt wird, dass eine falsche Entscheidung, die man trotz allem "das hättest du dir denken können" oder "das sagt einem der logische Menschenverstand" eben nicht einschätzen oder abschätzen konnte. Die Bücher die einem aufzeigen, etwas schlimmes kann so schnell passieren ohne das man wirklich realisiert wie es dazu so plötzlich kommen konnte. 

Das Buch ist wenig mitreißend und obwohl es wie schon geschrieben, Schullektüre ist, fehlt mir manchmal doch so der gewisse Aspekt des Belehrens oder keine Ahnung dieses Verurteilen an sich. Vielleicht man diese Art von Lektüre aber so etwas aus und muss dann in Gesprächsrunden etc. auseinandergenommen werden.

Fazit:
Ist auf jeden Fall lesbar, aber mehr auch nicht.



Montag, 15. Mai 2017

Elizabeth Eulberg - Wie wir einen Sommer (vergeblich) versuchten, uns nicht zu verlieben REZENSION

Elizabeth Eulberg - Wie wir einen Sommer (vergeblich) versuchten, uns nicht zu verlieben
Verlag: Arena
Klappenbroschur, 289 Seiten
ISBN-13:978-3-401-50325-7
Preis: 9,99 €
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Zum Inhalt:
Seit dem Reinfall mit Nate hat Penny den Jungs abgeschworen. ALLEN Jungs. Sie gründet den Lonely Hearts Club – einen Club, in dem Mädchen keine Jungs daten. Mädchen keine Jungs küssen. In dem Jungs verboten sind. Vorteil: Nie wieder ein gebrochenes Herz. Nie wieder die besten Freundinnen vernachlässigen wegen eines Jungen. Nachteil: Ryan. In den Penny sich gerade verliebt hat. Oder?

Meine Meinung:
Was tut man wenn man ständig Typen datet die der komplette Reinfall sind?! Im Alter von Penny Lane, ganz klar einen Club für Mädels gründen indem Jungs tabu sind. Das der Club aber in kürzester Zeit fast ein Selbstläufer wird, damit hätte sie nicht gerechnet. Ebenso wenig das plötzlich ein Junge auftaucht, der so gar nicht mit den Regeln von dem Lonely Hearts Club zu vereinbaren wäre. 

Doch nicht nur einigen Jungs an der Schule wird der Club ein Dorn im Auge und ehe sie sich versehen, kämpfen sie für Ihre Recht, sich selbst an erster Stelle zu setzen, keinen Zwängen mehr zu erlegen, weil man diesem oder jenen Jungen gefallen will. Sich nicht mehr mit belanglosen Unterhaltungen zufrieden zu geben und mehr von einem Date zu erwarten als das was die Jungs in diesem Alter zu bieten haben.

Das Buch hat einen wunderbar, frischen, leichten und witzigen Schreibstil, der passend ist für den Sommer. Es unterhält unglaublich gut und liest sich weg wie nichts, thematisch eine leichte Kost, nicht verwunderlich, dass die Charaktere relativ oberflächlich gehalten sind, aber genau deswegen ist es auch so ein tolles Buch für zwischendurch. Die Story ist trotz Vorhersehbarkeit wirklich unterhaltsam und bietet mit all den Figuren tolle Abwechslung. Obwohl wie geschrieben die Charaktere größtenteils oberflächlich bleiben sind sie trotzdem nicht uninteressant, denn sie erleben viel und durchleben teilweise eine große Entwicklung. Die Autorin lässt uns an vielen kleinen Leben teilhaben und versteht es den Leser bei Laune zu halten und Neugier zu wecken.

Besonders gefallen hat mir dieser Zusammenhalt von den Mädchen, das Bestärken gegenseitig, ohne sich runter zu machen, ohne zu werten oder in Konkurrenzkämpfen sich zu verlieren. Das sie bemerkt haben, dass das Leben so viel einfacher ist ohne den Druck den Typen zu gefallen oder es irgendwem anderen Recht zu machen außer einem selbst. Ja wer also will, kann hier nicht nur seichte Unterhaltung finden, sondern den Ein oder Anderen erleuchtenden Gedanken mitnehmen.

Fazit:
Eines der schönsten Zwischendurch Bücher die ich bisher gelesen habe.

Donnerstag, 4. Mai 2017

John Green - Eine wie Alaska REZENSION


John Green - Eine wie Alaska
Verlag: dtv
Taschenbuch, 295 Seiten
ISBN-13: 9978-3-423-62403-9
Preis: 9,95€
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Zum Inhalt:
Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?

Mit Anmut und Humor, voller Selbstironie und sehr charmant erzählt Green die zu Tränen rührende Geschichte von Miles, in dessen Leben die Liebe wie eine Bombe einschlägt.

Meine Meinung:
Es gab eine Zeit da geisterte das Buch auf jedem Blog und in jeder Buchhandlung rum, aber es hat mich Null angesprochen, was vermutlich an dem Cover selbst lag, das ist heute genauso. Trotzdem wollte ich wissen ob ich das Buch genauso toll fand, wie viele von euch. 

Es ist schon ein kleines Weilchen her, dass mich ein Buch so richtig erwischt hat und das ist John Green mit seiner Alaska gelungen. Obwohl es alles ganz harmlos anfängt und ist man plötzlich so emotional drin in der Story, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Miles und seine neu gefundenen Freunde am Internat, allen voran der Colonol und Alaska, bilden eine tolle Mischung und bringen viel Leben in die Geschichte. Der Autor schafft es immer wieder Szenen so bildlich zu beschreiben, dass ich fast das Gefühl habe neben ihnen auf dem Gang zu laufen oder in ihrem Zimmer während sie Streiche aushecken auf der ausrangierten Couch zu sitzen.

Miles ist mit seiner ganz eigenen Art ein wirklich greifbarer Charakter, dem man mit all seiner Selbst schnell in eine Schublade stecken möchte, doch man merkt recht bald, dass er da keineswegs hingehört. Die teilweise sehr tiefsinnigen Gespräche, Gedanken und Sätze die in diesem Buch vorkommen, sind so toll, dass es zu einem meiner Lieblingsbücher wird. Der Colonol und Alaska sind genauso starke Figuren, diese offene Art mit der uns John Green hier an deren Leben teilhaben lässt, mit der man fast in ihre Köpfe hinein schauen kann, sind fesselnd und berührend zugleich.

Bis zu dem Punkt wo der rückwärtslaufende Countdown sich dem Ende neigt, hatte ich keine Ahnung wo die Reise hinführt und wollte tatsächlich nicht weiter lesen, weil der aufkeimende Verdacht in mir ein richtiges Widerstreben ausgelöst hatte. Das Buch bekommt ab da für mich nochmal eine Wendung, die mich so tief berührt hat und mich echt zum Taschentuch greifen ließ.

Fazit:
Was für ein Buch! Absolutes Lesehighlight und Lesefavorit in diesem Jahr und ab sofort auf meiner sehr überschaubaren Lieblingsbuch-Liste.