Dienstag, 26. September 2017

Mandy Hubbard - Der Kuss der Sirene REZENSION

Mandy Hubbard - Der Kuss der Sirene
Verlag: Ravensburger
Hardcover Ausgabe, 276 Seiten
ISBN-13: 978-3-473-40090-4
Preis: 14,99 €
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Zum Inhalt:
Nur Lexi weiß, warum ihr Freund Steven beim gemeinsamen Schwimmen ertrank. Ihr Gesang hat ihn zu weit aufs Meer hinausgelockt. Sie ist eine Sirene, eine Meerfrau. Seit jener Tragödie leidet Lexi unter Schuldgefühlen und führt ein einsames Leben. Nur Cole, Stevens bester Freund, bemüht sich um sie, und schließlich verliebt sie sich in ihn. Doch da tritt Erik auf den Plan. Er ist wie Lexi. Ein Wasserwesen. Und seine Pläne sind so dunkel und unergründlich wie der Ozean ...

Meine Meinung:
Das Buch liest sich recht leicht und ist ganz nett für zwischendurch.
Ich war ein bisschen neugierig wie das Thema Sirenen umgesetzt wurde und bin überrascht, denn die Idee der Autorin gefällt mir wirklich gut. Sie hat was um das Ganze echt gut imAlltag unterzubringen ohne Klischees zu bedienen und das hilft meiner Meinung nach auch sich ein bisschen hineinfallen zu lassen in die Geschichte.

Lexi, hat es nicht leicht in ihrem Leben gehabt und es gibt da ein Schlüsselmoment der sie und auch ihr damaliges Umfeld komplett verändert. Die Inhaltsangabe lässt ja schon recht viel durchblicken, deshalb ist es kein großes Geheimnis, dass Sie mit ihrem Gesang ein Leben gekostet hat. Aus Angst das sich der Vorfall wiederholt, geht sie fortan jedem aus dem Weg und damit ist es ganz schön einsam.

Irgendwann jedoch bekommt Cole, der beste Freund des Jungen den Sie versehentlich umgebracht hat, ein kleines Loch in ihre dicken Mauern und sie spürt wie wichtig doch Aufmerksamkeit, Zuwendung und Gefühl sein kann. Klar, dass sie ihrem Prinzip allein bleiben zu wollen nicht lange treu sein kann. Mir gefiel, dass Sie die schlimme Tat, an der sie keine schuld trägt, nicht einfach abtut, sondern den Leser und sich bewusst macht, dass sie es nie vergessen kann und wird. Oft fehlt mir das in anderen Büchern, dass krasse einschneidende Erlebnisse mal kurz behandelt werden und schwupps weiter geht´s. 

Das Ganze bekommt ein bisschen Fahrt als dann auch noch Erik auftaucht, bei dem der Leser ganz klar etwas hat worüber man spekulieren kann. Wieder verrät hier der Klappentext so einiges, daher darf man gespannt sein was Lexi nach der langen Einsamkeit tut, wenn es da auf einmal zwei Jungs gibt. 

Fazit:
Gutes Buch für zwischendurch mit einer interessanten Idee. Zielgruppe war um die 12-14 Jahre und das passt super.

Samstag, 23. September 2017

Brandy Colbert - My Live in Circles KURZ-REZENSION

Brandy Colber - My Life in Circles
Klappenbroschur, 349 Seiten
ISBN-13: 978-3-423-74019-7
Preis:13,95 €
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Meine Meinung:
Das ist eine Spoiler-Rezension, weil ich es nicht anders machen kann und will, daher entschuldige bitte, wenn das jetzt nichts für dich ist.

Puh, das war echt ein Buch das man erst einmal verdauen muss. Hier knallen einem Schwerpunkte wie Essstörung, Missbrauch und Entführung von Minderjährigen um die Ohren. Der Klappentext lässt davon aber erst einmal nicht so wirklich was erkennen, daher war ich im Verlauf der Story ganz schön überrascht, was sich da für Abgründe aufgetan hatten. Obwohl der Klappentext eher so klingt als würde es sich um die Entführung von Theos bestem Freund drehen, spielt das zwar eine wichtige Rolle aber ist gar nicht so präsent wie man vermutet.

Theo ist wie ein Überraschungsei, bei ihr liegen unglaublich viele Dinge im Dunkeln und kommen nur nach und nach zum Vorschein. Tatsächlich konnte ich im Verlauf der Geschichte immer weniger mit ihr anfangen, ihre Handlungen waren immer weniger etwas womit ich mich anfreunden konnte. An sich gefiel es mir, einen Charakter vor mir zu haben, den ich so oder so ähnlich noch in keinem Buch zu Gesicht bekommen hatte. Sie mag Ballett und ist hier sehr leidenschaftlich und ehrgeizig. Sie hat aber zu sich und ihrem Körper eine kranke Beziehung, was sie in eine Essstörung treibt. Wenn sie sich das Essen verbietet kneift sie sich in die Rippen, bis sie blaue Flecke davon trägt. Klar das mich das als Leser abgeschreckt hat und ihr Verhalten  für mich befremdlich war. Ein Satz war mir hier besonders aufgefallen und der kam von einer Kellnerin, die Theo eigentlich kaum sieht, nicht so wie ihre Freunde und ihre Familie aber den Nagel auf den Kopf trifft und ihr Verhalten widerspiegelt.
"Was ist eigentlich los mit dir, Mädel? Jede Woche kommst du her und starrst die Karte an, glotzt jedermann auf den Teller, und dann bestellst du dir nie mehr als eine läppische Suppe." Seite 120/121
Sie hat auch leider einen Hang zu falschen Typen. Hosea der so wunderschön Klavier spielt und auf den sie ein Auge wirft nachdem er sein Klavier Vorspiel in der Ballettstunde hat. Der aber auch Dealer auf ihrer Schule ist und dazu noch eine Freundin hat. Doch es schreckt sie nicht ab, sie ist sogar bereit eine heimliche Dreiecks-Beziehung zu führen, obwohl sie es nicht will aber für ihn würde sie auch das tun. Klar das es nicht gut ausgeht und sie am Ende allein da steht.

Der Gipfel des Eisberges ist jedoch, dass sie mit dreizehn ihre Jungfräulichkeit verloren hat, etwas was sie ebenfalls nicht wollte. Sie war jedoch mit jemanden zusammen der damals, wenn ich mich nicht irre, bereits über 20 war. Das alleine ist schon heftig, hier ist aber der absolute Knaller, dass der Typ, Chris, genau der ist der ihren besten Freund Donovan entführt hat

Schlussendlich macht Theo jedoch eine Wandlung durch. Steht auf und bei der Gerichtsverhandlung gegen den Entführer packt sie aus. Sie steht vor allen und erzählt die für Sie demütigende Wahrheit, dass dieser Mann sie mit 13 vergewaltigt hat und sorgt dafür, dass ihr und Donovan Gerechtigkeit widerfährt. Sie begibt sich in Therapie und lässt Hosea abblitzen als dieser angekrochen kommt. 

Größter Minuspunkt ist die fehlende Auseinandersetzung der Autorin, dass viel an dem wie Theo sich sieht und verhält einfach nicht gesund ist. Es findet keine Aufarbeitung dessen statt, womit man hier als Leser regelrecht erschlagen wird. Klar begibt sie sich zum Ende hin genau deswegen in ärztliche Behandlung aber bei so einem Buch reicht das einfach nicht. Es sind immer noch Jugendliche und statt einer Danksagung hätte ich es schöner gefunden, einfach wertungsfrei ohne Moralpredigt, die muss nicht sein, einzelne Anlaufstellen aufzuführen für Betroffene oder für Freunde und Familie. Es macht mich schon beinahe wütend, dass dies hier so versäumt wurde.

Fazit:
Die Autorin hat sich bewusst sehr krasse Themen ausgesucht, mit denen Sie in meinen Augen eine wirklich potenziell gute Geschichte die Toilette runter gespült hat, weil sie sich einfach nicht um die Aufarbeitung der Hauptfigur und deren schwerwiegende Probleme gekümmert hat. Der Leser hätte an dem Prozess zumindest etwas mit einbezogen werden sollen.

Donnerstag, 7. September 2017

Nicola Yoon - The Sun is also a Star REZENSION

 
Nicola Yoon - The Sun is also a Star
Verlag: Dresslerte.
Hardcover Ausgabe, 394 Seiten
ISBN-13: 978-3-7915-0032-4
Preis:19,99 €
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Zum Inhalt:
Schicksalsfäden einer großen Liebe! Wie viele Dinge müssen geschehen, welche Zufälle passieren, damit sich die Wege zweier Menschen kreuzen? Als Daniel und Natasha in New York aufeinander treffen, verguckt er sich sofort in das jamaikanische Mädchen. Die zwei teilen einen Tag voller Gespräche über das Leben, ihren Platz darin und die Frage: Ist das zwischen uns Liebe? Doch ihr Schicksal scheint bereits festzustehen, denn Natasha soll noch am selben Abend abgeschoben werden.

Meine Meinung:
Von der Autorin beeindruckt durch den Titel "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" und im Nachhinein immer noch berührt, wollte ich diesen Buch so unbedingt lesen, dass es mir schon fast unter den Fingern gejuckt hat.

Wer meine Rezensionen kennt wird feststellen, dass ich dieses Mal zwei Bewertungen statt einer drin habe. Das hat den Grund, das ich beim rezensieren nicht wirklich mehr hinter der Bewertung stand, die ich abgegeben hatte auf Goodreads. Wieso ich das aber so empfunden habe dazu kommen wir jetzt.

Zu allererst waren da die Charaktere. Abwechselnde Kapitel, Größtenteils aus der Sicht von Natasha und Daniel, merkt man sehr schnell die Beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie die eher rational, logisch und mit dem Verstand an die Dinge herangeht und er der sich vollkommen von seinen Gefühlen leiten lässt und an Schicksal und Bestimmung glaubt. Natasha war für mich trotz dessen das Sie der weibliche Charakter war, schwerer zugänglich für mich als Daniel, eben weil sie sich so wenig vom Gefühl leiten lässt und allem was man mit Hormonen und anderen naturwissenschaftlichen Grundlagen erklären kann auch nur darauf reduziert. So unterschiedlich die Menschen im wahren Leben sind, in Büchern ist es nicht einfach diese so darzustellen, dass man damit auch als Leser etwas anfangen kann. Hier hat die Autorin leider kein großes Fingerspitzengefühl bewiesen. Daniel hingegen ist schon zugänglicher und seine etwas treudoofe Art nicht aufzugeben hat schon etwas rührseliges an sich.

Die Thematik rund um illegale Einwanderer, der bevorstehenden Abschiebung usw. ist im Hinblick auf die aktuelle Situation in Deutschland wirklich spannend. Leider fehlt mir hier so ein bisschen die Dramatik und Tiefe, die dem Ganzen nicht nur die Würze gibt, sondern sich dadurch auch abheben könnte.

In diesem Buch gibt es viele Zufälle, etwas zu viele wie ich im Nachhinein finde und es wirkt alles andere als glaubwürdig. Selbst wenn es glaubwürdig wäre ist da etwas was einfach fehlt und weswegen ich daher auch meine Bewertung im Nachhinein geändert hatte.

Fazit:
Schwierig, es ist kein schlechtes Buch und weiß zu unterhalten, dennoch fehlt hier einiges was es nicht nur vom Thema her abheben konnte.

Sonntag, 3. September 2017

Robin Benway - Emmy & Oliver REZENSION


Robin Benway - Emmy & Oliver
Verlag: Magellan
Hardcover Ausgabe, 380 Seiten
ISBN-13: 978-3-7348-5018-9
Preis: 17,95 €
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Zum Inhalt:
Emmy hat es satt, ständig in Watte gepackt zu werden. Surfen oder auf Partys gehen kann sie nur hinter dem Rücken ihrer Eltern. Seit zehn Jahren geht das so, seit damals, als der Nachbarjunge entführt wurde. Und auch nachdem Oliver zurückgekehrt ist, ändert sich daran nichts. Dabei will Emmy einfach nur Zeit mit Oliver verbringen. Auf den Wellen reiten. Glücklich sein. Aber die Ereignisse der Vergangenheit haben nicht nur Schatten auf ihr Leben geworfen, sondern auch auf das ihrer Eltern. Emmy spürt: Um glücklich zu werden, muss sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Meine Meinung:
Es ist jetzt schon einige Wochen her, dass ich das Buch beendet habe. Leider habe ich kurz danach ein weiteres Buch gelesen wo es ebenfalls um eine ähnliche Thematik geht wie in diesem Buch. Es hat also zugegebenermaßen etwas gedauert bis ich die beiden Geschichten in meinem Kopf etwas entwirrt habe. Trotz allem bleiben aber wichtige Details hängen und auf die werfe ich als erstes mein Auge.

Das Gefühl! Die Geschichte ist mit so viel Gefühl geschrieben, mit Sensibilität und aus vielen möglichen Blickwinkeln, dass man merkt hier wurde nicht nur eine Geschichte niedergeschrieben die erzählt werden wollte, hier wurde mit viel Empathie aus allen Perspektiven auf die Sache gesehen und tiefer gegraben, was ein Großteil der Autoren die sich ein solches Thema aussuchen, oft bedauernswerterweise vernachlässigt wird. Nach der Entführung haben wir vor allem erst einmal die Mutter, die nur minimal vorkommt, aber die dennoch nicht vergessen wurde, ihr Verlust ist ja kaum in Worte zu fassen. Die Auswirkung der Entführung, wie verstörend und zerstörend so etwas ist. Wie alle versuchen weiter zu machen und wie sich ein jeder selbst einen Weg suchen muss um das zu tun, sind nachvollziehbar und gefühlvoll beschrieben.

Einige Abschnitte sind mir noch so klar vor Augen, weil sie so authentisch und nachvollziehbar waren. SPOILER!!! Beispielsweise, belügt Emmy ihre Eltern um sich den Freiraum zu schaffen, den Kinder "ohne entführte Freunde" einfach haben. Das wird aber so toll beschrieben, dass man Eltern und Kind gleichermaßen versteht und weil diese so ans Mitgefühl appellieren ist es ein so tolles Buch. Genauso als Oliver wieder da ist und alle versuchen diese Lücke, die ganz plötzlich wieder geschlossen wurde, so zu kitten, dass es auch damit weitergehen kann und die Bruchstellen irgendwann heilen können. SPOILER ENDE!!!

Ein Jugendbuch muss nicht nur oberflächlich ankratzen, man kann mit wohlüberlegten und gedankenvollen Sätzen etwas auf den Punkt bringen ohne zu hastig etwas abgetan zu haben oder etwas unnötig lange zu fokussieren. Diese Balance wird hier super gehalten.

Emmy ist ein wirklich liebenswerter Charakter, die Dynamik der Figuren lässt einen teilhaben und mitfühlen und trotz dieser dunklen Wolke der Entführung die über den ganzen Buch liegt, schafft es die Autoren dem Buch mit Witz und einer lockeren Atmosphäre das alles aufzufangen. Sie lässt all die dramatischen Ereignisse ruhig dahinfließen und setzt auf eine undramatische Erzählung. 

Fazit:
So viel Empathie, Einfühlungsvermögen in die Situationen und das Betrachten aus den verschiedenen Blickwinkeln, schaffen nur wenige Autoren.