Sonntag, 3. September 2017

Robin Benway - Emmy & Oliver REZENSION


Robin Benway - Emmy & Oliver
Verlag: Magellan
Hardcover Ausgabe, 380 Seiten
ISBN-13: 978-3-7348-5018-9
Preis: 17,95 €
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Zum Inhalt:
Emmy hat es satt, ständig in Watte gepackt zu werden. Surfen oder auf Partys gehen kann sie nur hinter dem Rücken ihrer Eltern. Seit zehn Jahren geht das so, seit damals, als der Nachbarjunge entführt wurde. Und auch nachdem Oliver zurückgekehrt ist, ändert sich daran nichts. Dabei will Emmy einfach nur Zeit mit Oliver verbringen. Auf den Wellen reiten. Glücklich sein. Aber die Ereignisse der Vergangenheit haben nicht nur Schatten auf ihr Leben geworfen, sondern auch auf das ihrer Eltern. Emmy spürt: Um glücklich zu werden, muss sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Meine Meinung:
Es ist jetzt schon einige Wochen her, dass ich das Buch beendet habe. Leider habe ich kurz danach ein weiteres Buch gelesen wo es ebenfalls um eine ähnliche Thematik geht wie in diesem Buch. Es hat also zugegebenermaßen etwas gedauert bis ich die beiden Geschichten in meinem Kopf etwas entwirrt habe. Trotz allem bleiben aber wichtige Details hängen und auf die werfe ich als erstes mein Auge.

Das Gefühl! Die Geschichte ist mit so viel Gefühl geschrieben, mit Sensibilität und aus vielen möglichen Blickwinkeln, dass man merkt hier wurde nicht nur eine Geschichte niedergeschrieben die erzählt werden wollte, hier wurde mit viel Empathie aus allen Perspektiven auf die Sache gesehen und tiefer gegraben, was ein Großteil der Autoren die sich ein solches Thema aussuchen, oft bedauernswerterweise vernachlässigt wird. Nach der Entführung haben wir vor allem erst einmal die Mutter, die nur minimal vorkommt, aber die dennoch nicht vergessen wurde, ihr Verlust ist ja kaum in Worte zu fassen. Die Auswirkung der Entführung, wie verstörend und zerstörend so etwas ist. Wie alle versuchen weiter zu machen und wie sich ein jeder selbst einen Weg suchen muss um das zu tun, sind nachvollziehbar und gefühlvoll beschrieben.

Einige Abschnitte sind mir noch so klar vor Augen, weil sie so authentisch und nachvollziehbar waren. SPOILER!!! Beispielsweise, belügt Emmy ihre Eltern um sich den Freiraum zu schaffen, den Kinder "ohne entführte Freunde" einfach haben. Das wird aber so toll beschrieben, dass man Eltern und Kind gleichermaßen versteht und weil diese so ans Mitgefühl appellieren ist es ein so tolles Buch. Genauso als Oliver wieder da ist und alle versuchen diese Lücke, die ganz plötzlich wieder geschlossen wurde, so zu kitten, dass es auch damit weitergehen kann und die Bruchstellen irgendwann heilen können. SPOILER ENDE!!!

Ein Jugendbuch muss nicht nur oberflächlich ankratzen, man kann mit wohlüberlegten und gedankenvollen Sätzen etwas auf den Punkt bringen ohne zu hastig etwas abgetan zu haben oder etwas unnötig lange zu fokussieren. Diese Balance wird hier super gehalten.

Emmy ist ein wirklich liebenswerter Charakter, die Dynamik der Figuren lässt einen teilhaben und mitfühlen und trotz dieser dunklen Wolke der Entführung die über den ganzen Buch liegt, schafft es die Autoren dem Buch mit Witz und einer lockeren Atmosphäre das alles aufzufangen. Sie lässt all die dramatischen Ereignisse ruhig dahinfließen und setzt auf eine undramatische Erzählung. 

Fazit:
So viel Empathie, Einfühlungsvermögen in die Situationen und das Betrachten aus den verschiedenen Blickwinkeln, schaffen nur wenige Autoren. 

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