Samstag, 23. September 2017

Brandy Colbert - My Live in Circles REZENSION

Brandy Colber - My Life in Circles
Klappenbroschur, 349 Seiten
ISBN-13: 978-3-423-74019-7
Preis:13,95 €
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Meine Meinung:
Das ist eine Spoiler-Rezension, weil ich es nicht anders machen kann und will, daher entschuldige bitte, wenn das jetzt nichts für dich ist.

Puh, das war echt ein Buch das man erst einmal verdauen muss. Hier knallen einem Schwerpunkte wie Essstörung, Missbrauch und Entführung von Minderjährigen um die Ohren. Der Klappentext lässt davon aber erst einmal nicht so wirklich was erkennen, daher war ich im Verlauf der Story ganz schön überrascht, was sich da für Abgründe aufgetan hatten. Obwohl der Klappentext eher so klingt als würde es sich um die Entführung von Theos bestem Freund drehen, spielt das zwar eine wichtige Rolle aber ist gar nicht so präsent wie man vermutet.

Theo ist wie ein Überraschungsei, bei ihr liegen unglaublich viele Dinge im Dunkeln und kommen nur nach und nach zum Vorschein. Tatsächlich konnte ich im Verlauf der Geschichte immer weniger mit ihr anfangen, ihre Handlungen waren immer weniger etwas womit ich mich anfreunden konnte. An sich gefiel es mir, einen Charakter vor mir zu haben, den ich so oder so ähnlich noch in keinem Buch zu Gesicht bekommen hatte. Sie mag Ballett und ist hier sehr leidenschaftlich und ehrgeizig. Sie hat aber zu sich und ihrem Körper eine kranke Beziehung, was sie in eine Essstörung treibt. Wenn sie sich das Essen verbietet kneift sie sich in die Rippen, bis sie blaue Flecke davon trägt. Klar das mich das als Leser abgeschreckt hat und ihr Verhalten  für mich befremdlich war. Ein Satz war mir hier besonders aufgefallen und der kam von einer Kellnerin, die Theo eigentlich kaum sieht, nicht so wie ihre Freunde und ihre Familie aber den Nagel auf den Kopf trifft und ihr Verhalten widerspiegelt.
"Was ist eigentlich los mit dir, Mädel? Jede Woche kommst du her und starrst die Karte an, glotzt jedermann auf den Teller, und dann bestellst du dir nie mehr als eine läppische Suppe." Seite 120/121
Sie hat auch leider einen Hang zu falschen Typen. Hosea der so wunderschön Klavier spielt und auf den sie ein Auge wirft nachdem er sein Klavier Vorspiel in der Ballettstunde hat. Der aber auch Dealer auf ihrer Schule ist und dazu noch eine Freundin hat. Doch es schreckt sie nicht ab, sie ist sogar bereit eine heimliche Dreiecks-Beziehung zu führen, obwohl sie es nicht will aber für ihn würde sie auch das tun. Klar das es nicht gut ausgeht und sie am Ende allein da steht.

Der Gipfel des Eisberges ist jedoch, dass sie mit dreizehn ihre Jungfräulichkeit verloren hat, etwas was sie ebenfalls nicht wollte. Sie war jedoch mit jemanden zusammen der damals, wenn ich mich nicht irre, bereits über 20 war. Das alleine ist schon heftig, hier ist aber der absolute Knaller, dass der Typ, Chris, genau der ist der ihren besten Freund Donovan entführt hat

Schlussendlich macht Theo jedoch eine Wandlung durch. Steht auf und bei der Gerichtsverhandlung gegen den Entführer packt sie aus. Sie steht vor allen und erzählt die für Sie demütigende Wahrheit, dass dieser Mann sie mit 13 vergewaltigt hat und sorgt dafür, dass ihr und Donovan Gerechtigkeit widerfährt. Sie begibt sich in Therapie und lässt Hosea abblitzen als dieser angekrochen kommt. 

Größter Minuspunkt ist die fehlende Auseinandersetzung der Autorin, dass viel an dem wie Theo sich sieht und verhält einfach nicht gesund ist. Es findet keine Aufarbeitung dessen statt, womit man hier als Leser regelrecht erschlagen wird. Klar begibt sie sich zum Ende hin genau deswegen in ärztliche Behandlung aber bei so einem Buch reicht das einfach nicht. Es sind immer noch Jugendliche und statt einer Danksagung hätte ich es schöner gefunden, einfach wertungsfrei ohne Moralpredigt, die muss nicht sein, einzelne Anlaufstellen aufzuführen für Betroffene oder für Freunde und Familie. Es macht mich schon beinahe wütend, dass dies hier so versäumt wurde.

Fazit:
Die Autorin hat sich bewusst sehr krasse Themen ausgesucht, mit denen Sie in meinen Augen eine wirklich potenziell gute Geschichte die Toilette runter gespült hat, weil sie sich einfach nicht um die Aufarbeitung der Hauptfigur und deren schwerwiegende Probleme gekümmert hat. Der Leser hätte an dem Prozess zumindest etwas mit einbezogen werden sollen.

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