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Sonntag, 3. September 2017

Robin Benway - Emmy & Oliver REZENSION


Robin Benway - Emmy & Oliver
Verlag: Magellan
Hardcover Ausgabe, 380 Seiten
ISBN-13: 978-3-7348-5018-9
Preis: 17,95 €
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Zum Inhalt:
Emmy hat es satt, ständig in Watte gepackt zu werden. Surfen oder auf Partys gehen kann sie nur hinter dem Rücken ihrer Eltern. Seit zehn Jahren geht das so, seit damals, als der Nachbarjunge entführt wurde. Und auch nachdem Oliver zurückgekehrt ist, ändert sich daran nichts. Dabei will Emmy einfach nur Zeit mit Oliver verbringen. Auf den Wellen reiten. Glücklich sein. Aber die Ereignisse der Vergangenheit haben nicht nur Schatten auf ihr Leben geworfen, sondern auch auf das ihrer Eltern. Emmy spürt: Um glücklich zu werden, muss sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Meine Meinung:
Es ist jetzt schon einige Wochen her, dass ich das Buch beendet habe. Leider habe ich kurz danach ein weiteres Buch gelesen wo es ebenfalls um eine ähnliche Thematik geht wie in diesem Buch. Es hat also zugegebenermaßen etwas gedauert bis ich die beiden Geschichten in meinem Kopf etwas entwirrt habe. Trotz allem bleiben aber wichtige Details hängen und auf die werfe ich als erstes mein Auge.

Das Gefühl! Die Geschichte ist mit so viel Gefühl geschrieben, mit Sensibilität und aus vielen möglichen Blickwinkeln, dass man merkt hier wurde nicht nur eine Geschichte niedergeschrieben die erzählt werden wollte, hier wurde mit viel Empathie aus allen Perspektiven auf die Sache gesehen und tiefer gegraben, was ein Großteil der Autoren die sich ein solches Thema aussuchen, oft bedauernswerterweise vernachlässigt wird. Nach der Entführung haben wir vor allem erst einmal die Mutter, die nur minimal vorkommt, aber die dennoch nicht vergessen wurde, ihr Verlust ist ja kaum in Worte zu fassen. Die Auswirkung der Entführung, wie verstörend und zerstörend so etwas ist. Wie alle versuchen weiter zu machen und wie sich ein jeder selbst einen Weg suchen muss um das zu tun, sind nachvollziehbar und gefühlvoll beschrieben.

Einige Abschnitte sind mir noch so klar vor Augen, weil sie so authentisch und nachvollziehbar waren. SPOILER!!! Beispielsweise, belügt Emmy ihre Eltern um sich den Freiraum zu schaffen, den Kinder "ohne entführte Freunde" einfach haben. Das wird aber so toll beschrieben, dass man Eltern und Kind gleichermaßen versteht und weil diese so ans Mitgefühl appellieren ist es ein so tolles Buch. Genauso als Oliver wieder da ist und alle versuchen diese Lücke, die ganz plötzlich wieder geschlossen wurde, so zu kitten, dass es auch damit weitergehen kann und die Bruchstellen irgendwann heilen können. SPOILER ENDE!!!

Ein Jugendbuch muss nicht nur oberflächlich ankratzen, man kann mit wohlüberlegten und gedankenvollen Sätzen etwas auf den Punkt bringen ohne zu hastig etwas abgetan zu haben oder etwas unnötig lange zu fokussieren. Diese Balance wird hier super gehalten.

Emmy ist ein wirklich liebenswerter Charakter, die Dynamik der Figuren lässt einen teilhaben und mitfühlen und trotz dieser dunklen Wolke der Entführung die über den ganzen Buch liegt, schafft es die Autoren dem Buch mit Witz und einer lockeren Atmosphäre das alles aufzufangen. Sie lässt all die dramatischen Ereignisse ruhig dahinfließen und setzt auf eine undramatische Erzählung. 

Fazit:
So viel Empathie, Einfühlungsvermögen in die Situationen und das Betrachten aus den verschiedenen Blickwinkeln, schaffen nur wenige Autoren. 

Montag, 5. Juni 2017

Sally Nicholls - Wünsche sind für Versager REZENSION

Sally Nicholls - Wünsche sind für Versager
Verlag: Hanser
Klappenbroschur, 215 Seiten
ISBN-13:978-3-446-25083-3
Preis: 15,90 €
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Zum Inhalt:
Ein emotionaler Einblick in die Seele eines jungen Mädchens, das schon viele Pflegefamilien kennengelernt hat, aber kein Vertrauen fassen kann …

16 Familien und Heime, das ist die nüchterne Bilanz der erst elfjährigen Olivia. Olivia fasst schwer oder gar kein Vertrauen, zu oft ist sie enttäuscht worden. Emotionale Nähe versetzt sie in Panik, und zugleich sehnt sie sich unendlich nach Liebe, Freundschaft und Familie. Doch wer sollte sie schon mögen, wütend und unberechenbar, wie sie ist? So ist Olivia zunächst irritiert, wie gelassen die Iveys reagieren, zu denen sie gerade gekommen ist. Das Leben mit ihnen könnte so schön sein. Doch je stärker Olivias Bindung wird, desto größer wird ihre Angst, dieses endlich gefundene Zuhause wieder zu verlieren. Ein hochemotionales Jugendbuch und zugleich ein starkes Plädoyer für mehr Achtsamkeit.


Meine Meinung:
Das Buch ist keine leichte Kost und wird einigen bestimmt schwer im Magen liegen. Bei Büchern wie diesem hier, die so wirklichkeitsnah sind und so mitreißend auf eine entsetzliche Art, dauert es vielleicht eine Weile bis man diesen Kloß runter schlucken kann, aber die Geschichte ist es so wert gelesen zu werden. Diesem Buch muss man unbedingt eine Chance geben und ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe.

Olivia ist ein ganz eigener Charakter, der tobt, schreit und um sich haut, der so vieles erleben musste und der man fast zusehen kann, wie sie hilflos an all dem ertrinkt, was ihr in so jungen Jahren passiert ist. Man weiß gar nicht wo man anfangen könnte all die Dinge aufzuzählen die dieses Buch zu etwas Besonderem machen.

Die neue Familie, die Iveys, nehmen Sie bei sich auf, nachdem sie erneut ihr ganzes Leben von einem Ort zum anderen "verfrachten" musste. Ihre ganze Habe hat sich auf ein Koffer reduziert. Das ist mir irgendwie so hängen geblieben, trotz aller unfassbaren Sachen hat mir diese eine Stelle irgendwie genauso zugesetzt. Leider finde ich die Passage nicht mehr. 

In kleinen Rückblenden erleben wir einige Ihrer Pflegefamilien und damit schlussendlich sie und lernen sie, so unmöglich das eigentlich ist, zu verstehen. Begreifen all ihr Sträuben gegen Zuwendung, Liebe, Vertrauen, Hoffnung und Bindungen, die man nur allzu gut nachempfinden kann. Doch sie ist so verschlossen, was absolut verständlich ist, schließlich hat sie in dieser Welt niemand der sie schützt bis auf sich selbst. Sie ist aufgeweckt und in einer Weise hypersensibel, wenn es darum geht Menschen und ihre Stimmungen einzuschätzen. Geringste Regungen, die sich negativ gegen Olivia auswirken können, bringen sie in absoluten Alarmzustand. Das Unrecht und die schlimmen Misshandlungen, die ihr kindlicher Verstand nicht verarbeiten können, bringen sie dazu ihren Hass und ihre Wut auf alles und jeden zu richten, der in ihrer Umgebung ist. Sie bringt sich und irgendwann auch andere in Gefahr. 

Doch Liz eine speziell ausgebildete Pflegemutter versucht ihre Mauern zu durchbrechen und das gelingt ihr, doch es ist ihre Aufgabe, denn sie möchte Olivia einen bestmöglichen Start in die neue Pflegefamilie ermöglichen, aber als ihr genau das gelingt muss Olivia zu den Iveys und das ausgerechnet wo sie sich endlich öffnen konnte so gut es ihr eben möglich ist. Ob Sie jedoch bereit dazu ist sie auf die neue Familie einzulassen liest sich fast so spannend wie ein Krimi.

Klar ist Olivia als Charakter unglaublich schwierig und man merkt das man in einer Millisekunde wütend wird weil man ihr sagen möchte los, greif zu, schnapp dir das Glück was du bei den Iveys bekommen könntest und in der nächsten Millisekunde möchte man weinen um diese kleine Seele, die eine so harte Schale um ihren verletzlichen Kern gebildet hat und eben noch keine Selbstanalyse betreiben kann um sich aus diesem Teufelskreis zu befreien und es scheinbar kaum ein Erwachsener durchschaut und sich dieser Mammutaufgabe annimmt.

Die Autorin hat hier in meinen Augen ein wirklich wahnsinnig tolles Buch geschrieben, mit einem so sensiblen Thema, dass ich hinterher überrascht war, dass Sie nicht ihre ganz eigene Geschichte zu Papier gebracht hat. Sie hat sich intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt und viele Interviews geführt und viele Berichte von Pflegekindern, sowie deren Pflegeeltern gelesen und das für mein Empfinden bestmögliche Buch daraus hervorgebracht.

Fazit:
Ein sehr mitnehmendes Buch, was nichts für schwache Nerven ist aber eine absolute Leseempfehlung von mir ist.

Donnerstag, 4. Mai 2017

John Green - Eine wie Alaska REZENSION


John Green - Eine wie Alaska
Verlag: dtv
Taschenbuch, 295 Seiten
ISBN-13: 9978-3-423-62403-9
Preis: 9,95€
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Zum Inhalt:
Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?

Mit Anmut und Humor, voller Selbstironie und sehr charmant erzählt Green die zu Tränen rührende Geschichte von Miles, in dessen Leben die Liebe wie eine Bombe einschlägt.

Meine Meinung:
Es gab eine Zeit da geisterte das Buch auf jedem Blog und in jeder Buchhandlung rum, aber es hat mich Null angesprochen, was vermutlich an dem Cover selbst lag, das ist heute genauso. Trotzdem wollte ich wissen ob ich das Buch genauso toll fand, wie viele von euch. 

Es ist schon ein kleines Weilchen her, dass mich ein Buch so richtig erwischt hat und das ist John Green mit seiner Alaska gelungen. Obwohl es alles ganz harmlos anfängt und ist man plötzlich so emotional drin in der Story, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Miles und seine neu gefundenen Freunde am Internat, allen voran der Colonol und Alaska, bilden eine tolle Mischung und bringen viel Leben in die Geschichte. Der Autor schafft es immer wieder Szenen so bildlich zu beschreiben, dass ich fast das Gefühl habe neben ihnen auf dem Gang zu laufen oder in ihrem Zimmer während sie Streiche aushecken auf der ausrangierten Couch zu sitzen.

Miles ist mit seiner ganz eigenen Art ein wirklich greifbarer Charakter, dem man mit all seiner Selbst schnell in eine Schublade stecken möchte, doch man merkt recht bald, dass er da keineswegs hingehört. Die teilweise sehr tiefsinnigen Gespräche, Gedanken und Sätze die in diesem Buch vorkommen, sind so toll, dass es zu einem meiner Lieblingsbücher wird. Der Colonol und Alaska sind genauso starke Figuren, diese offene Art mit der uns John Green hier an deren Leben teilhaben lässt, mit der man fast in ihre Köpfe hinein schauen kann, sind fesselnd und berührend zugleich.

Bis zu dem Punkt wo der rückwärtslaufende Countdown sich dem Ende neigt, hatte ich keine Ahnung wo die Reise hinführt und wollte tatsächlich nicht weiter lesen, weil der aufkeimende Verdacht in mir ein richtiges Widerstreben ausgelöst hatte. Das Buch bekommt ab da für mich nochmal eine Wendung, die mich so tief berührt hat und mich echt zum Taschentuch greifen ließ.

Fazit:
Was für ein Buch! Absolutes Lesehighlight und Lesefavorit in diesem Jahr und ab sofort auf meiner sehr überschaubaren Lieblingsbuch-Liste.

Freitag, 2. Dezember 2016

Sebastian Fitzek - Das Paket REZENSION

Sebastian Fitzek - Das Paket
Verlag: Droemer-Knaur
eBook Ausgabe, Printausgabe mit 368 Seiten
ISBN-13: 978-3-426-44008-7
Preis: 14,99 EUR
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Zum Inhalt:
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...

Meine Meinung:
Mit meiner eBook Ausgabe ist das Cover natürlich nicht wirklich der Rede wert, dennoch habe ich mir natürlich vorher auch die Hardcover Ausgabe angesehen und muss sagen, wieder einmal eine richtig tolle Idee der Gestalter.

Der Autor und vermutlich auch ein tolles brainstormendes Team, denken sich immer einiges aus, um aus der Veröffentlichung immer etwas tolles für den Leser zu machen. Dieses Mal gab es mithilfe von kleinen Videos, die Möglichkeit in die Rolle von einem Hotelgast zu schlüpfen und dem Täter zu entkommen. Fitzek selbst, hat sogar einen kleinen Auftritt gehabt, hat mir sehr gut gefallen.

Donnerstag, 24. November 2016

Rainbow Rowell- Eleanor & Park REZENSION

Rainbow Rowell - Eleanor & Park
Verlag: Hanser
Hardcover Ausgabe, 361 Seiten
ISBN-13: 978-3-446-24740-6
Preis: 16,90 EUR
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Zum Inhalt:
Eleanor & Park verlieben sich, wie man es nur einmal tut, mit 16, wenn man nichts und alles zu verlieren hat...

Meine Meinung:
Eines der Bücher in das ich schon lange vor dem eigentlichen lesen verliebt war. Das Cover ist schlicht aber hat mich vom ersten Moment an umgehauen. Ganz besonder gefällt mir das Detail des  "&", des Kabels, der beiden miteinander verbundenen Kopfhörer.

Die Geschichte beginnt im August 1986 als Park das erste Mal im Schulbus auf Eleanor trifft. 
Das neue Mädchen atmete tief durch und lief weiter. Niemand schaute sie an. Park versuchte es ebenfalls, aber es war wie bei einem Zugunglück oder einer Sonnenfinsternis: Man konnte den Blick nicht abwenden. S. 13
Dieser Satz sagt ungefähr alles darüber aus, wie Eleanor auf Fremde wirkt. Das etwas zu große, zu umfangreiche, zu burschikos gekleidete Mädchen, hat zu allem Überfluss auch noch rote, verrückte Haare. Persönlich finde ich die roten Haare toll und ebenfalls das wir hier wohl eine Hauptfigur haben, die mal aus der Reihe tanzt. Park lässt sich widerwillig neben ihm Platz nehmen und das ist der Beginn einer so zarten Liebe die sich direkt von der ersten Seite an, in mein Herz gestohlen hat.

Durch die abwechselnden Kapitel aus Sicht der Zwei, bekommt man sehr schnell ein Gefühl für die Beiden. Eleanor war hier für mich der interessanteste Charakter, ihre Gedanken, ihre Sicht, der familiäre Background das alles bietet so viel für den Leser und man fühlt ihre zaghafte Hoffnung als sie merkt, dass Park sich ihr öffnet. Wie ein kleiner Hoffnungsschimmer an ihrem dunklen Horizont. Sie zieht ein mit sich in die Dunkelheit ihrer bedrückenden Familiensituation, man spürt die Trauer, Wut, Hilflosigkeit. Park jedoch kann ebenfalls als tiefgründiger Charakter mithalten. Wie er sich mit sich selbst auseinandersetzt, die Wandlung zu dem Jungen der nichts mit der Aussenseiterin zu tun haben möchte, zu dem, der zu ihr stehen will egal was es für Konsequenzen haben mag, macht ihn zu so einem liebenswürdigen Kerl.

Was ich an dem ganzen Buch so toll fand war, dass es so viel zeigt von der Gesellschaft und sich trotzdem nur um die Beiden dreht. Sie zeigen schönes und schlimmes und so herzzerreißende Momente von Glück und Leid, ohne aufgesetzt, klischeehaft oder einfach nur drehbuchartig zu wirken.  Die Entwicklung ihrer Persönlichkeiten, stellt für mich auch ein ganz großes Plus dar. 

Fazit:
Das ist ein Buch was in der Schule gelesen werden sollte, eines was Spaß macht, lehrt und sich lohnt auseinander und unter die Lupe zu nehmen. Absolutes Buch-Highlight in diesem Jahr!

Montag, 16. Mai 2016

Nicola Yoon - Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt [Rezension]

Nicola Yoon - Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt 
Verlag: Dressler
Hardcover Ausgabe, 332 Seiten
ISBN-13: 978-3-7915-2540-2
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Zum Inhalt:
Am Anfang war ein Traum. Und dann war Leben!

Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein - und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren.

So hat man die Liebe noch nie gelesen! Das neue Lieblingsbuch für Töchter und ihre Mütter: Eine außergewöhnlich berührende Liebesgeschichte für Fans von Jojo Moyes und John Green mit besonderen Illustrationen, Skizzen, Notizen und E-Mails.

Meine Meinung:
So ein wunderschönes, lebhaftes und farbenfrohes Cover muss doch eine tolle Story haben, hab ich mir in der Bücherei gedacht und was habe ich hier für eine gefühlvolle Geschichte entdecken können, hach bin immer noch ganz hin und weg. Selbst Innen hat es eine tolle Aufmachungen durch Zeichnungen und Chatmitschnitte macht es das Ganze lebendiger und lockert es auf, was mir wirklich gut gefallen hat.

Der Schreibstil ist leicht und liest sich weg wie nichts, es muss nicht immer sehr anspruchsvoll sein um zu überzeugen.

Das Buch wird mein Jahreshighlight und ein definitiver Reread, da brauche ich gar nicht lange zu überlegen.

Maddy war auf den ersten Seiten überhaupt nicht greifbar für mich und das was rüber kam war irgendwie recht kindlich und nicht bemerkenswert sympathisch. Das Blatt wendet sich aber sehr schnell und plötzlich nimmt die Geschichte einen gefangen. Die Autorin hat es geschafft, dass ich nach den ersten Seiten eine Verbindung zu Maddy aufbauen und mich in ihre Situation hinein versetzen konnte. Maddy ist ruhig, brav und liebenswert, sie hat nur ihre Mama und ihre Krankenschwester Carla, dass ist auch schon ihre Welt. Die ganze Umgebung ist so steril und kühl und selbst ohne die Krankheit einfach deprimierend. Sie meistert ihre Krankheit aber mit Gelassenheit und Stärke. Sie akzeptiert einfach so wie es ist und versucht das Beste daraus zu machen. Bis Olly in ihr Leben tritt.
Nach all unseren Chats hatte ich eigentlich das Gefühl, ihn zu kennen, aber jetzt, wo er vor mir steht, fühlt es sich gar nicht mehr so an. (S. 83)
Diese sanfte Annäherung der Beiden war einfach toll mitzuerleben und spannend. So spannend, dass ich das Buch innerhalb von einem Tag durchgelesen habe und das ist seit ach Ewigkeiten nicht mehr vorgekommen.
Ich lasse den Blick durch mein weißes Zimmer mit der weißen Couch, den weißen Regalen und den weißen Wänden schweifen. Das alles ist sicher und vertraut und ändert sich nie. Ich denke an Olly, ... Er ist das genaue Gegenteil von all diesen Dingen. Er ist nicht sicher. Nicht vertraut. Ständig in Bewegung. Er ist das größte Risiko von allem. (S. 80)
Olly der für sein Leben gern Parcour macht an Wänden klettert und so lebhaft ist, wie das Leben selbst, ist das absolute Gegenteil von Maddy. Doch auch er hat seine eigenen Probleme mit denen er fertig werden muss. Seinen Charakter mochte ich sehr gern, weil er so gefestigt ist, sich nicht abschrecken lässt von all den Steinen die im Weg liegen und sehr einfühlsam ist.
"Ist das immer so?", frage ich atemlos. "Nein", sagt er. "So ist es nie". (S. 144)
Doch dann kommt der Hammer, dessen Wendung unter den Seiten wie feiner Nebel durchgesickert ist und man etwas ahnt aber nicht glauben kann, bis man es mit eigenen Augen liest. Am liebsten würde ich es gleich noch einmal lesen!

Fazit:
Ein absolutes Buchgefühl Buch was es direkt in mein Herz geschafft hat.

Wer jetzt noch mehr möchte findet hier eine Leseprobe:


Sonntag, 31. Mai 2015

Bücherboxxt du auch schon, die Zweite!

Hallo ihr Lieben!

Vor Kurzem habe ich euch mitgenommen in die Bücherboxx, die es ja nicht nur hier in Berlin gibt. Erstmal auf den Geschmack gekommen habe ich mich mal umgesehen und siehe da, direkt im Rathaus ´umme Ecke´ steht die nächste Bücherboxx!

Nichts wie hin zur roten Schönheit!

Sieht die nicht toll aus, die rote Telefonzelle war damals in Spandau der Treffpunkt für Jung und Alt; Man traf sich einfach an der Roten und jeder wusste Bescheid.

Leider war sie nicht nur beliebter Treffpunkt, sondern auch Ziel von Vandalierer und sie musste weichen, weil sie aber so schmerzlich vermisst wurde, ist sie seit März 2013 wieder  als Bücherboxx im Einsatz!

Eine bessere "Recycling-Idee" kann die rote Telefonzelle für mich überhaupt nicht haben oder?




Das Buchangebot ist toll und vertreibt so im Bezirksamt im Wartebereich auch die Langeweile. Mir hat sie auch ein "neues" Buch eingebracht und wer meinen Nezugänge Post vom Mai kennt, der weiß jetzt auch woher ich das Buch habe ^^

Hat es schon jemand von euch gelesen oder hat vielleicht auch vor es im Sommerurlaub zu lesen? 

Von der Autorin kenne ich bisher nichts aber wer weiß vielleicht ja die eine oder andere von euch?


Euch schon mal einen schönen Wochenstart, bis bald




Donnerstag, 14. Mai 2015

Bücherboxxt du auch schon?

Hallo ihr Lieben!

Wenn man in Berlin unterwegs ist, entdeckt man allerhand tolle Sachen. So haben z.B. mein Bruder und ich, letztens im schönen Bezirk Spandau, eine Bücherboxx entdeckt.


Zuerst bemerkt man nur, naja eine fast, normale Telefonzelle, sieht man mal von der Farbe jetzt ab ^^ und wenn man dann genauer hinsieht, dann schlägt das Bücherherz etwas schneller. Denn in dieser einladenden Atmosphäre, zwischen den Holzbänken die zum Schmökern ja geradezu einladen und den immer grüner werdenden Bäumen, steht eine Telefonzelle umgebaut zu einer Art Minibibliothek. Anstatt einem Münztelefon finden sich hier, ein paar Regalbretter auf denen Bücher stehen.


Unter dem Motto "geben & nehmen" kann man hier seine nicht mehr gewollten, bereits gelesenenen, doppelten, ungeliebten, aber auch geliebten, neuen, alten, dicken und dünnen, ... Bücher abgeben und sich ein Neues aussuchen. Ist das nicht klasse? Mir gefällt dir Idee sooo gut, dass ich euch unbedingt davon berichten wollte. Leider habe ich in dieser Bücherboxx kein Buch gefunden was ich haben wollte, ich hatte jetzt auch keines zum tauschen mit aber ich denke, wenn Büchternot am Mann/Frau ist, kann man da auch mal getrost auf der Bank sitzen bleibe und lesen bis es dunkel wird. Beim nächsten Besuch dann einfach dran denken eines mitzunehmen ;)


Kennt ihr so eine Box? Habt ihr vielleicht selbst eine in eurer Umgebung stehen? Man kann nie wissen, denn die gibt es in mehreren europäischen Ländern, schaut doch einfach mal auf deren Homepage vorbei.


Die nächste habe ich schon entdeckt und der Besuch ist geplant, ihr dürft gespannt sein, ich bin es, mal sehen was es da so für tolle und interessante Bücher gibt.

Bis bald,




Montag, 21. Juli 2014

Buchtipp: Régis de Sá Moreira - Das geheime Leben der Bücher

Régis de Sá Moreira - Das geheime Leben der Bücher
Verlag: Droemer
Hardcover Ausgabe, 175 Seiten
ISBN-13: 978-3426635995
Eine Weiterleitung zum Verlag findet ihr hier


Von der Gestaltung des Buchcovers bis hin zum Inhalt ist dieses Buch unglaublich bezaubernd und so liebenswürdig, dass ich es jetzt schon nach einigen Wochen nach dem lesen, noch nicht wieder ins Regal gestellt habe. Es lebt nun in meinem Wohnzimmer, weil ich es noch nicht über´s Herz gebracht haben es aus meinem Blickfeld zu legen.

In diesem Buch geht es um einen etwas verschrobenen Buchhändler und seine Welt der Bücher. Mit großer Hingabe führt er seine Buchhandlung, hat jedes Buch gelesen bevor es in seine Regale wandert. Er überprüft jeden seiner Kunden, ob er demjenigen eines seiner Bücher anvertrauen darf. 
Begegnungen mit charmanten, interessanten aber auch unangenehmen Kunden werden hier so poetisch beschrieben, dass ich schon nach dem Prolog traurig war, dass dieser Buchgenuss in absehbarer Zeit zu Ende sein wird.

Er drückt sein Leben mit Büchern aus und wenn er einen seiner vielen Geschwister einen Brief schickt, dann sind es immer nur aus Büchern heraus gelöste Seiten. Die Seite die er gelesen hat, während er an diese Schwester oder jenen Bruder gedacht hat.

Nicht selten wird man sich als Buchliebhaber und Leseratte wiedererkennen in den Erzählungen oder sich dabei ertappen wie man dem Buchhändler, für seine Beobachtungen, durch die Seiten zu grinsen möchte, weil sie so treffend sind.

Wie ein Märchen für Erwachsene!






Samstag, 17. Mai 2014

Buchtipp: Tabitha Suzuma - Forbidden

Tabitha Suzuma - Forbidden
Verlag: Oetinger
Hardcover Ausgabe, 446 Seiten
Inhaltsangabe vom Verlag findet ihr hier

Lochan (noch 17) und Maya (16) sind die beiden ältesten der fünf Geschwister. Vom Vater verlassen der nun weit ab eine neue Familie gegründet hat, bleibt ihnen nur noch die Mutter. Ständig alkoholisiert ist sie jedoch mehr bei ihrem jungen Liebhaber und eigene Kinder wären nur im Weg. So müssen Maya und Lochen mehr und mehr in die Rolle der Eltern schlüpfen und sind selbst kaum alt genug ihr Alltagsleben als Teenager zu bewältigen. 
Lochan der kaum ein Wort vor fremden Personen herausbringt, keinen an sich heran lässt und unglaublich schüchtern ist, findet nur in der Familie die Sicherheit ganz er selbst zu sein. Wohingegen Maya ein ziemlich beliebtes Mädchen ist, einen großen Freundeskreis hat und scheinbar ihren Platz gefunden hat. Beide finden aber nur die innere Ruhe und Zufriedenheit beieinaneider, bis sie merken das ihre Rollen innerhalb der Familie, Mutter und Vater für die drei jüngsten Geschwister zu sein, sich mehr als Real anfühlt, denn da sind auf einmal diese Gefühle....
"Wie kann sich etwas so Falsches so richtig anfühlen"  (Seite 191)
Auf unglaublich einfühlsame Art ist ein absolutes Tabuthema so mitfühlend zu Papier gebracht worden, dass man sich ob man will oder nicht noch Wochen nach dem lesen mit der Geschichte beschäftigt. Man kann kaum mehr zu der ganzen Geschichte sagen ohne zuviel zu verraten aber genau so wie sie geschrieben wurde, musste sie auch geschrieben werden. Zwischen Mayas und Lochans Sicht wechselnd, wird immer tiefer in die Geschichte und ihrem Strudel gezogen. In einem Moment noch völlig befremdend über den Inzest will man sich gegen das Verständnis für die Beiden wehren, nur um dann im nächsten zu merken wie man die Zwei und ihre so aufrichtigen Gefühle verteidigen möchte.
"Aber was soll denn falsch daran sein? Unsere Liebe kann doch nichts Schrechliches sein, wir tun damit doch niemandem was!" (Seite 190)
Selten war ich so zerrissen, habe so mitgefühlt und mein Weltbild so auf den Kopf stellen lassen, wie beim lesen dieser Geschichte. Es ist wie ein Alptraum der einen packt und man weiß das er einfach nicht gut ausgehen kann, selbst wenn man wach ist. Doch man hofft!